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Pfingsten

«Gehet hin und machet alle Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch befohlen habe. Und seid gewiss: Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt.» (Mt.28, 19f)

 
Das ist der Auftrag, den der Auferstandene seinen Jüngern und Jüngerinnen gibt. Was er begonnen hat, sollen sie fortführen und Menschen zur Nachfolge Christi einladen.

 
Was für ein Auftrag! Ist er nicht mindestens zwei Nummern zu gross für sie, die doch bis vor Kurzem noch gehofft hatten, er werde noch lange unter ihnen sein als ihr Lehrer? Gerade erst schliefen sie, als er sie wachend und betend gebraucht hätte, flohen angesichts seines Leidens und leugneten, zu ihm zu gehören, als es ernst wurde.

 
Und nun dieser Auftrag. Er traut ihnen Grosses zu. Eine grosse Verantwortung liegt bei Ihnen - aber auch Gottes Geist auf ihnen. Nicht allein, nein mit seinem Geist begabt und befähigt, sollen und können sie sich auf den Weg der Nachfolge Christi machen. Nur so, ist es möglich, diesem Auftrag gerecht zu werden, ohne daran zu zerbrechen, scheiternd aufzugeben, Ursprung und Ziel aus den Augen zu verlieren oder sich aufzureiben, dass alle «nur» Menschen sind in der noch ganz jungen Kirche, und es auch unter Christinnen und Christen halt ganz «menschlich» zu und her geht.

 
Der Geist Gottes belebt und begeistert die Jüngerinnen und Jünger Jesu und rüstet sie aus mit den für ihre Aufgaben nötigen Begabungen. Sie gehen und finden ihren Weg, auch wenn andere erst den Kopf schütteln oder abschätzig meinen, sie seien doch einfach voll Wein.

 
Bis heute sind Menschen auf dem Weg – auf der ganzen Welt. Und alle, die diesem Christus nachfolgen, waren, sind und bleiben angewiesen auf Gottes Geist, der sie begeistert und befähigt. Heute so sehr wie damals. Sprachfähig sein und bleiben - oder wieder werden? – als Christinnen und Christen; das Evangelium vorleben und weitergeben und für die Werte eintreten, die Christus uns vorgelebt hat; nicht müde werden in der Hoffnung, dass Gottes Reich kommt und durch uns schon jetzt Gestalt gewinnen will in dieser Welt – all das braucht viel Kraft, Weisheit, Besonnenheit, Mut, Vertrauen und Liebe.

 
Das sind göttliche Gaben. Begabungen und Befähigungen, die wir nicht «einfach so» haben, lernen und machen können. Sie werden uns vielmehr immer wieder neu von Gott geschenkt. Oftmals gerade genug für den heutigen Tag und die vor uns liegende Aufgabe – manchmal aber überraschend viel, so dass wir voll Elan sind und «be-geistert» ans Werk gehen.

 
Und wenn Gottes Geist gleich viele von uns aufs Mal begeistern und befähigen würde?
Wenn dies ansteckend wirken und auf andere überspringen würde?
Wenn wir die uns geschenkten Gaben und Fähigkeiten in unsere Kirchgemeinde einbringen würden? Das wäre wunderbar! Das wäre doch Pfingsten, Geburtstag der Kirche.


Das Pfingstfest lädt ein, uns zu öffnen für Gottes Geist, der uns neu beleben und «be-geistern» will als Christinnen und Christen, um miteinander diesen Kirchengeburtstag zu feiern und in ein gutes neues Lebensjahr der Kirche zu gehen. 
 

PFARRERIN BEATE SCHILLER


Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.  

1. TIMOTHEUS 4,4