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Tauferinnerung – Wasser zum Leben

Bild: U. von Känel


Seit je her hat Wasser für den Menschen eine grosse Bedeutung, ja, birgt bisweilen eine grosse Faszination in sich.

Schon bald nämlich entdecken Kinder das Wasser wieder, nachdem sie dieses bereits im Mutterleib um sich herumgehabt haben. Ich erlebte es selber, dass ein ungefähr zehn Monate junger Täufling während der Taufhandlung die eine Hand nach dem Wasser ausstreckte und dieses in der Taufschale ordentlich in Bewegung brachte. Oder an einem Brunnen «chosle» fürs Leben gern kleine zwei- bis dreijährige und ältere Kinder.

Das Element Wasser ist uns nahe. Wir selber bestehen zu einem grossen Teil aus Wasser; wir sind auf Wasser angewiesen, ohne dieses können wir nicht lange überleben – ca. drei Tage. Neben der positiven Seite von Wasser ist ebenso festzuhalten, dass wir Geborene nicht mehr unter Wasser leben können. Wasser kann je nach dem auch Leben vernichten.

Nun aber positiv: Wenn wir unterwegs sind, vielleicht auf einer Bergwanderung, so gibt es kaum etwas Herrlicheres, als einen Schluck fliessenden, frischen Wassers zu trinken.
Und: Wasser verbindet uns untereinander. Hier wird die Erinnerung wach, wie herrlich es an einem der Kirchweggottesdienste war, dass wir vor der Kirche von den Sigristen mit einem Becher Wasser empfangen wurden. Sie reichten uns Wasser, und wir gaben dieses anderen Gottesdienstteilnehmern weiter. Als fröhliches Gemeinschaftserlebnis bleibt diese Handlung mit Wasser in Erinnerung.

In wessen Namen haben wir hier einander Wasser gereicht? Es geschah im Namen Gottes, unseres Schöpfers, der uns das Leben geschenkt hat; im Namen Jesu, der wie ein Freund zu uns ist; und im Namen des Heiligen Geistes, der uns Kraft und Mut für den weiteren Lebensweg gibt. Dies ist die Taufformel, auf Grund derer wir getauft worden sind und auf unserem Lebensweg unterwegs sind und Gemeinschaft teilen.


Wasser hat auch eine reinigende Funktion. Gerne erfrischen wir uns mit Duschen oder Baden. Wir reinigen den Körper mit Wasser. Das Wasser hat weiter die symbolische Bedeutung der inneren Reinigung. So tut es uns gut, wenn wir nach Versöhnung trachten – mit einem Mitmenschen – dort, wo es nötig geworden ist. Geschehene Versöhnung entlastet uns und macht unser Herz leichter. Neuschaffende Kraft von Gott her hat wieder Platz in uns, nachdem Schuldballast aus uns «herausgewaschen» worden ist. Versöhnung lässt uns aufleben wie ein Schluck frischen Wassers, das uns von innen heraus stärkt.


Dies alles ist in der Bedeutung der Taufe enthalten.

Schön ist es, wenn wir uns und einander daran erinnern, dass wir getaufte Christinnen und Christen sind. Leben kann nur im Miteinander gelingen, dann, wenn wir einander Wasser reichen im wörtlichen oder übertragenen Sinn. Wir mögen einander wertschätzen und ermutigen, so dass wir es erleben, dass wir von Gott geliebte Menschen sind. Damit wir an dieses Letztgesagte glauben können, braucht es die Erfahrung, dass wir einander respektvoll begegnen und einander zum Weitergehen im Leben ermutigen.

So wünsche ich Kindern und Erwachsenen eine segensreiche Zeit. Und Ihr seid herzlich zum Tauferinnerungsgottesdienst eingeladen: Sonntag, 24. Juni, 11.15 Uhr, im Kirchgemeindehaus Brügg.

Ueli von Känel, Pfarrer


Vision Kirche 21 - Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn