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«Zwischenräume»

Bild: atelier design



Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diesen Text lesen, sind wir mitten in der Passions- und Osterzeit. In jener Zeit also, in der sich Leiden und Glückseligkeit gegenüberstehen.


Anfang März haben Sie den Fastenopferkalender «Brot für Alle» in Ihrem Briefkasten vorgefunden. Der Kalender begleitet uns durch diese Zeit. Er will uns mit Beispielen, die Hoffnung machen, aufzeigen, wie der weltweite Landraub gebremst werden kann. Ausserdem hält der Kalender Anregungen bereit, wie Sie selber den Weg durch die Fastenzeit beschreiten können. Gleichsam persönliche Routenvorschläge.
Diese bieten die Möglichkeit zum Innehalten. Denn die Frage sei im Zusammenhang mit dem täglichen Landraub erlaubt: Geschieht in unserem Alltag nicht unweigerlich auch so etwas wie Seelenraub? Schlagen Sie dazu einmal die erste Seite des Fastenkalenders auf. Dort steht: «Nutzen sie die kommenden 40 Tage, um neue Wege einzuschlagen, Zwischenräume zu schaffen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Sie werden sehen: Das tut nicht nur ihrer Seele gut …» Weiterlesen können Sie selber. Ich empfehle es Ihnen wärmstens.

«Zwischenräume» ist auch das Thema der Kirchgemeinde Bürglen während der Passions- und Osterzeit. Denn: Sind Zwischenräume nicht unglaublich vielschichtig?
Zwischenräume sind sehr beliebt. In der Wohnung. Im Kleiderkasten. Im Auto. Was da so alles reinpasst! Gegenstände, die nicht sofort sichtbar sein sollen, unbeliebte, aber auch beliebte, viel gebrauchte oder tunlichst gemiedene. Solche gibt es in jedem Haushalt. Bei mir ist es etwa das Bügelbrett.

Auch das Pfarrteam unserer Kirchgemeinde hat über «Zwischenräume» nachgedacht. Darüber, wie diese für unsere Mitglieder Seelennahrung sein können. Und so stehen «Zwischenräume» ganz im Zeichen der kommenden Gottesdienste. «Zwischen Hoffen und Bangen», «Zwischenräume aushalten», «Was kündigen die Osterglocken an?» und «Zwischen Trauer und Freude» lauten die Titel. In diesen Gottesdiensten wollen wir die Zwischenräume in unserem Leben neu überdenken. Dazu sind Sie ganz herzlich eingeladen.

Zum Schluss noch eine Bemerkung in eigener Sache: Seit letztem Jahr bin ich als Kirchgemeinderätin tätig. Das kirchliche Leben findet für mich so nicht mehr nur am Sonntag statt. Meine Beobachtung: Das Pfarrteam und die Mitarbeitenden sind in der vielschichtigen kirchlichen Arbeit mit sehr viel Engagement und Herzblut am Werk – doch für was?
Sagen wir es doch so: Um in den Zwischenräumen in unserem Leben einen Platz einnehmen zu dürfen. Damit das Wort Gottes in diesen einen Platz findet. In einem Leben zwischen Hoffen und Bangen. In einem Leben, in dem es immer wieder darum geht, Situationen auszuhalten. In einem Leben mit Zwischenräumen der Trauer, aber auch Zwischenräumen der Freude.

Ich wünsche Ihnen frohe Ostern – Jesus Christus ist auferstanden.

MARGRET GOETSCHI, KIRCHGEMEINDERÄTIN




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