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Kirche-Sein im 21. Jahrhundert

 

Kirche Vision 21


Liebe Leserin, lieber Leser

Ferien erleben – Distanz zum Alltag gewinnen; eine Pause einlegen – neue Kräfte sammeln; einen Schritt zurück machen – ein Werk aus der Ferne betrachten; an einer Retraite teilnehmen – das Tagesgeschäft ruhen lassen: Es tut uns Menschen gut, unser alltägliches Leben zwischendurch zu unterbrechen, aus Distanz lässt sich etwas besser einordnen. In diesem Sinn trifft sich die Synode, das Parlament unserer Kirche, ungefähr jedes zweite Jahr zu einer sogenannten «Gesprächssynode». Da gibt es keine Budgetberatung, keine Genehmigung der Rechnung, keine «gewöhnlichen» Traktanden. Ein ganzer Tag wird einem aktuellen Thema gewidmet. 2013 hiess das Thema: «Wie zukunftsfähig ist unsere Kirche?» Die Synode wollte sich gründlich mit der Zukunft der Kirche befassen.

Bei diesem einen Tag ist es zum Glück nicht geblieben. Mit einem parlamentarischen Vorstoss wurde anschliessend der Synodalrat, die Kirchenleitung, beauftragt, einen Prozess durchzuführen, in dem eine Vision (eine Leitvorstellung) von der Kirche im 21. Jahrhundert entwickelt wird. Die Kirchenleitung hat dann einen Vorschlag gemacht, wie der Prozess gestaltet werden könnte: In drei Schritten soll die Vorstellung von der Kirche im 21. Jahrhundert entwickelt werden. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, liegt das Ergebnis wie geplant vor. Die Leitvorstellung heisst: Von Gott bewegt – dem Menschen verpflichtet. Sieben Leitsätze verdeutlichen die Vision.

Beachten Sie dazu die untenstehende Karikatur mit den sieben Leitsätzen!

Am Sonntag, den 10. September, findet in Bern eine grosse Feier zu Vision Kirche 21 statt (siehe  Programm). Es ist kein SCHLUSS-Punkt, es ist ein Schluss-DOPPEL-Punkt: Nach der Feier in Bern ist der Prozess nicht beendet. Er soll in den Kirchgemeinden, in den kirchlichen Bezirken und in unserer Kirche weitergehen. Die Vision und die sieben Leitsätze werden uns in der Kirchgemeinde Bürglen beschäftigen. In welcher Form ist noch offen. Nach meiner Erfahrung in der Synode und bei einem Informationsabend regen die Spannungsfelder zu guten Gesprächen an.

Ich nehme ein Beispiel: «Vor Ort präsent – die Welt im Blick». Als Kirchgemeinde im Seeland zeigen wir uns bei vielen Gelegenheiten: Gottesdienste finden am Sonntag, an Festtagen, zu besonderen Anlässen statt. Kinder und Jugendliche können den kirchlichen Unterricht besuchen und mit der Konfirmation abschliessen. Vielfältige Angebote richten sich an Seniorinnen und Senioren. Erfreulicherweise hat die Kirchgemeindeversammlung den Ausbau des Angebots beschlossen: Jugendliche und Menschen im mittleren Alter sollen vermehrt angesprochen werden. Mit gutem Gewissen können wir sagen: Wir sind vor Ort präsent. Oder fehlt doch etwas?
Haben wir auch die Welt im Blick? Macht uns da der Leitsatz vielleicht auf Lücken aufmerksam? Mit Spenden ist die Kirchgemeinde grosszügig, die Agenda von Brot für alle und Fastenopfer wird fleissig verteilt. Gäbe es weitere Möglichkeiten?

Was denken Sie zur Vision? Informationen zum Thema sind zu finden unter: www.kirche21.refbejuso

HANS ULRICH GERMANN, PFARRER UND MITGLIED DER SYNODE



Vision Kirche 21 - Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn